… bei Sascha Meeth, Cheftrainer des TSV SCHOTT Mainz

Nachgefragt

… bei Sascha Meeth, Cheftrainer des TSV SCHOTT Mainz

Sascha MeethNach einer sehr kurzen Sommerpause musstet ihr früh wieder ins Training einsteigen. Wie hat das funktioniert?
Wir haben in unserer Vorbereitung nach zwei Wochen Training eine freie Woche integriert, um unseren Spielern, wie auch mir, Urlaub zu ermöglichen. Die letzten drei Wochen haben wir dann sehr intensiv auf den Saisonstart hingearbeitet. Das hat wahnsinnigen Spaß gemacht, da die Jungs wirklich sehr engagiert und gierig sind und mit großer Freude gearbeitet haben. Bezogen auf Tempo und Aggressivität haben wir schon länger nicht mehr so eine gute Vorbereitung gehabt. Ein kleiner Wermutstropfen: Jetzt gilt es Führungsspieler wie Janek Ripplinger, Jost Mairose und Jonas Raltschitsch, die urlaubsbedingt entscheidende Phasen der Vorbereitung verpasst haben, auf den aktuellen Stand zu bringen. Der Rest hat jedoch eine tolle Vorbereitung abgerissen, was man an unserem Sieg beim Turnier in Waldalgesheim sehen kann, bei dem gute Ober- und Hessenligisten teilgenommen haben.

Neben dem spielerischen Aspekt gilt es die Neuzugänge auch neben dem Feld zu integrieren. Ist das gelungen?
Menschlich sind wir ganz weit vorne in der Region. Wir haben ein tolles Team, bei dem die Integration der Neuzugänge aus meiner Sicht bisher „1a mit Sternchen“ funktioniert. Bei dieser Integration hilft uns nun übrigens auch Nenad Simic, der bekanntlich nach Ende seiner aktiven Laufbahn unser Trainerteam verstärkt. Mit seiner lustigen und positiven Art tut Nenad uns allen gut.

In den vergangenen Jahren hatte die Mannschaft immer wieder mit Verletzungspech zu kämpfen. Wie sieht es derzeit aus?
Zum Glück nicht so schlimm wie die Jahre zuvor, aber ein paar Blessuren gibt es dennoch: Neuzugang Ali Bülbül musste nach dem Turnier in Waldalgesheim mit Verdacht auf Meniskusriss zum MRT. Yoel Yilma, ein weiterer Neuzugang, ist aktuell noch verletzt, wird aber demnächst wieder einsteigen können. Manuel Schneider ist nach Reizung des Außenbandes wieder im Training. Er hat in der Vorbereitung gezeigt, dass er ein klasse Spieler ist, der auf Dauer nicht zu ersetzen ist! Felipe Bergmann ist im Training umgeknickt und fällt mit Außenbandverletzung leider länger aus. Langzeitpatient Constantin Leinhos befindet sich nach seiner Fußverletzung im Rehatraining. Nicklas Schlosser, nach Bänderriss wieder im Training, wird hoffentlich in wenigen Wochen wieder voll auf seinem Niveau spielen.

Ihr musstet nach Mike Wroblewskis überraschendem Wechsel zum finanziell gut gestellten SC Hessen Dreieich kurzfristig einen neuen Torwart finden… und gibt es jetzt eine klare Nummer 1?
Nach Mikes Abgang konnten wir glücklicherweise kurzfristig den Ex-05er und Ex-Gonsenheimer Tim Hansen verpflichten, der in den vergangenen drei Jahren in den USA am College Fußball gespielt hat. Der 1,92 Meter große Hüne strahlt viel Ruhe aus und hat großes Potenzial, ein richtig guter Torhüter zu w erden. Zusammen mit unseren A-Jugend-Keepern Jan-Niklas König und Robin Balters haben wir drei top-talentierte Keeper. Ob es dann eine klare Nummer 1 gibt, wird sich zeigen. Bei den Torhütern, wie auch bei unseren Feldspielern, haben wir ein sehr ausgeglichenes Leistungsniveau. Dieser Konkurrenzkampf belebt ungemein, was sich bereits in der Vorbereitung gezeigt hat. Möchten sie am Wochenende auf dem Platz stehen, sind die Spieler so gezwungen, ihre Komfortzone zu verlassen, stetig Gas zu geben und zu arbeiten. Ich bin davon überzeugt, dass uns diese Situation extrem gut tut und wir uns so als Team weiterentwickeln werden und ein noch höheres Niveau erreichen können.

Welche Ziele verfolgt ihr in dieser Saison?
Die Oberliga ist mit Wormatia Worms, TuS Koblenz, Eintracht Trier, Röchling Völklingen oder dem 1. FC Kaiserslautern II – und da habe ich nur einige Vereine genannt – eine „Bombenliga“. Wir müssen schauen, dass wir von Anfang an vernünftig Fuß fassen und nicht in Fahrwasser geraten, in die wir nicht wollen. Wir möchten eine gute Runde spielen, uns weiterentwickeln und natürlich auch tabellarisch den bestmöglichsten Erfolg haben.

Wer ist dein persönlicher Meisterschaftsaspirant?
Eintracht Trier muss normalerweise mit 15 Punkten Vorsprung Meister w erden. Was der Verein investiert hat und welchen Kader der Klub hat – das ist schon brutal. Ansonsten werden die weiteren eben genannten Vereine auch oben zu finden sein. Pfeddersheim hat einen tollen Kader. Ein Geheimfavorit kann meiner Meinung nach die TuS Mechtersheim sein, weil die nochmal richtig nachgelegt haben.

Welche Gegner haben wir in den ersten Spielen zu erwarten?
Unseren ersten Gegner SV Elversberg II gilt es als Aufsteiger zunächst einmal kennen zu lernen. U21-Mannschaften sind generell schwer einzuschätzen. Je nachdem, was von der Ersten Mannschaft runterkommt oder von der U19 hochgezogen wird, weiß man nie genau, welches Team aufläuft. Beim 1. FC Kaiserslautern II im zweiten Heimspiel bin ich mir aber sicher, dass sie eine deutlich bessere Runde als in der vergangenen Saison spielen werden. Auswärts erwartet uns beim FC Karbach mit seinem extrem kampfstarken und erfahrenen Team ein höchst unangenehmes Spiel. Auch mit Hassia Bingen haben wir einen starken Auswärtsgegner, der sein Können beim Turnier in Waldalgesheim schon unter Beweis gestellt hat.

Das Gespräch führte Margit White