So einen gibt es nicht noch mal

Herren-Oberliga

So einen gibt es nicht noch mal

Nenad Simic gibt beim TSV SCHOTT Mainz seinen Ausstand

Als Nenad Simic das Wort ergreift, läuten sogar die nahen Kirchenglocken. Nach sieben Jahren beim TSV SCHOTT Mainz feierte der 35-Jährige, der nach dieser Oberliga-Saison seine Karriere beendet, seinen Ausstand. Von der Mannschaft gab es das Trikot mit der Nummer vier und allen Unterschriften, vom Verein ein Kopfballpendel – falls dem Familienvater daheim einmal langweilig wird. „Danke Nenad“ hatte seine E2-Jugend auf ein Plakat geschrieben. Bei Simics Auswechslung kurz vor Schluss gab es Standing Ovations auch auf der Bank des FV Diefflen, nach dem Spiel wurde die gesamte Tribüne abgeklatscht oder umarmt.

„Ich habe sehr viel gewonnen dadurch, dass ich hier war“, sagt Simic, „es gab so viele tolle Momente, ich hatte hier nur gute Zeiten.“ Bei der Schott AG baute sich Simic ein berufliches Standbein auf, als Jugendtrainer, Jugendkoordinator und auch Teil des Aktiven-Trainerteams wird er beim TSV an Bord bleiben. „Er war immer ein Vorbild, auf und neben dem Platz. Ein super herzlicher Mensch, eine echte Identifikationsfigur“, sagt Kapitän Marco Senftleben. „Ich hätte sehr gern mit Nenad Simic in einer Mannschaft gespielt“, betont der sportliche Leiter Frank Gerhardy, „wir hätten uns sehr gut verstanden.“

Meeth: „Solche Spieler gibt es kaum noch“

Sascha Meeth packte noch einen drauf. „Wenn eine Fee käme, würde ich mir einen Nenad Simic mit 22 Jahren wünschen“, sagt der Trainer, „solche Spieler gibt es kaum noch, mit dieser Mentalität, diesem Willen. Er wird uns sehr fehlen, als kopfballstarker Abräumer, als Führungsspieler, als Stimmungskanone.“ Simics letztes Spiel wird am Mittwoch das Derby gegen Hassia Bingen sein, danach soll definitiv Schluss sein. Senftleben wird dann seinen letzten Dusch-Partner verlieren. Nach dem Schichtdienst stellte sich Simic einst zwecks Erfrischung unter das fließende Wasser, woraus sich eine Tradition entwickelte. „Ich habe immer wieder Knieprobleme, fühle mich aber noch gut“, sagt der 35-Jährige, „es ist also die beste Zeit aufzuhören.“

Um ein Haar hätte sich Simic mit einem Eigentor verabschiedet. Ein Rückpass ging weit an Keeper-Talent Robin Balters vorbei, der 17-Jährige eilte zurück, der Ball prallte gegen den Pfosten und dann von Balters aus ins Tor (33.). „Er hatte uns ja ein Tor versprochen“, grinst Senftleben. Kurios: Auch Gegentor Nummer zwei in Balters‘ Oberliga-Laufbahn verursachte in Yannick Rinker ein Teamkollege (60.). Es sollten, beim 5:2 (1:1)-Sieg der Mainzer, Randnotizen bleiben. Die Mainzer legten ein tolles Spiel hin, hatten mit schnellen, steilen Zuspielen gegen hoch stehende Saarländer eine Vielzahl bester Chancen. Janek Ripplinger (27., nach Leon Kerns Querpass), Johannes Gansmann (48., Kopfball nach Lukas Rodwalds Flanke, und 63., Flachschuss nach Ripplinger-Zuspiel), Kern (66., Flachschuss ins lange Eck) und noch einmal Ripplinger nach Gansmann-Querpass (78.) vollendeten.

Schneider-Comeback sorgt für Gänsehaut-Moment

„Das ist für mich der allerschönste Spieltag diese Saison“, freute sich Meeth über das Comeback von Manuel Schneider nach eineinhalbjähriger Verletzungspause. „Es ist ein sehr gutes Gefühl, das Knie macht langsam mit, nur die Fitness und Technik fehlen noch“, sagt der 28-Jährige. „Wenn er fit bleibt, ist er unser wichtigster Neuzugang“, stellt Meeth fest.

TSV SCHOTT Mainz: Balters – Raltschitsch (68. Schneider), Simic (87. Pinger), Rinker – Rodwald, Fring, Mairose, Del Vecchio (68. Mladenovic) – Gansmann – Kern, Ripplinger.

Quelle: FuPa.net