Traum von Regionalliga-Rückkehr lebt

Herren-Oberliga

Traum von Regionalliga-Rückkehr lebt

Das Jahr 2018 werden sie beim TSV SCHOTT Mainz nicht so schnell vergessen. Dem ersten Aufstieg überhaupt in die Regionalliga folgte zwar der direkte Wiederabstieg des Underdogs, doch rauschende Heimsiege gegen Vereine der Kategorie SSV Ulm und Stuttgarter Kickers oder auch der emotionale 3:2-Derbyerfolg bei Wormatia Worms bleiben haften. Im Sommer wurde der halbe Kader erneuert, Leistungsträger gingen, andere kamen nach. Oberliga-Rang drei mit Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, das weckt Rückkehr-Träume.

Was dafür spricht

Das Binnenklima wird von Verantwortlichen und Spielern als herausragend beschrieben. Die, die den TSV als Sprungbrett sehen, gliedern sich trotzdem ins Gefüge ein. Die Mischung stimmt. Der endlich verletzungsfreie Konstantin Fring (28) bringt seine höherklassige Erfahrung ein, Keeper Mike Wroblewski (29) stabilisiert das Team mit Klasse und dominanter Ausstrahlung enorm. Knipser Janek Ripplinger (27), Kapitän Marco Senftleben (26), Nicklas Schlosser (25), Yannick Rinker (25) und Nikola Mladenovic (26) sind im besten Fußballalter. Hinzu kommen aufstrebende Talente wie Jost Mairose (20), Silas Schwarz (21), Edis Sinanovic (22) oder Leon Kern (21), die (auch) diese Saison immer besser werden. Und viel versprechende Youngster wie Mahdi Mehnatgir (21), Johannes Gansmann (21) oder Linus Wimmer (20), die ihr Potenzial verletzungsbedingt noch gar nicht entfalten konnten.
Die Spieler sind lernwillig, die Trainingsarbeit von Sascha Meeth und seinem Stab gilt als hervorragend. Der Klub übt keinen Druck aus, sieht sich als Ausbildungsverein. Nach mauem Saisonstart fing sich das Team rasch und war nach einem kleinen Durchhänger mit zuletzt vier Siegen aus fünf Spielen wieder voll auf Kurs. Auf dem bei den Gegnern unbeliebten Mombacher Kunstrasen wurde noch kein Spiel verloren. Gegen fünf der sieben anderen Top-Teams stehen Heimpartien aus.

Meeth liebäugelt mit einer Verlängerung und rennt damit beim Klub offene Türen ein. Fachlich wäre der 44-Jährige gewiss zu „Höherem“ berufen, doch er legt seine beruflichen Schwerpunkte abseits des Fußballfeldes. Spielern wie Jan Just (Waldhof Mannheim) oder Ilias Soultani (FSV Frankfurt) den Sprung nach oben ermöglichen, ist Teil dessen, weswegen er den Trainer-Job ausübt. Aber Meeth wünscht sich mehr Kontinuität im Aufgebot, will früher Planungssicherheit. Große Sprünge lässt der Etat nicht zu, aber des Reichtums wegen ist eh niemand beim TSV. Meeths Verlängerung würde dem Team einen weiteren Schub geben.

Was dagegen spricht

So harmonisch das Binnenklima ist – es mangelt an Reizpunkten. Die Langzeitverletzten Jonas Raltschitsch (26) und Manuel Schneider (27) sieht Meeth in der Rolle, auch Nenad Simic (35). Weitere Spieler sollen sich in diese Richtung entwickeln, aber das lässt sich kaum in den Trainingsplan schreiben. Auf Rasen hat der TSV seine liebe Müh und Not.

Die finanziellen Ressourcen stecken dem Klub auf dem Transfermarkt enge Grenzen, und das angekündigte Kürzungsprogramm der SCHOTT AG ist noch nicht abgearbeitet. Viele Spieler bringen zudem eine Verletzungsgeschichte mit, was erneute Verletzungen wahrscheinlicher macht.

Fazit

Wenn die Mannschaft von einer Verletzungsseuche verschont bleibt und konstanter an ihr Leistungslimit geht als in der Hinrunde, ist der Wiederaufstieg möglich. Die spielerische Klasse und das taktische Rüstzeug hat das Team, die nötige mentale wie physische Härte muss es noch entwickeln.

Quelle: FuPa.net